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Neurowissenschaften: Eine EinführungGebundene Ausgabe von Spektrum Akademischer VerlagPreis bei Amazon: EUR 81,00, Angebote ab EUR 60,00 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3860253913, Erscheinungsdatum: Dezember 1995, Auflage: 1 |
Eine Kundenrezension:DER Einstieg in die Neurowissenschaften 5 von 5 PunktenJeder neurobiologisch Interessierte sollte sich den Kandel zulegen! Hier sind die Grundlagen der Neurowissenschaften sehr profund dargelegt (als Einführung). Anatomische Grundkonzepte, vor allem aber phyiologische Grundlagen (inkl. Ersatzschaltbildern, Hodgkin-Huxley, grundsätzlicher Kanalcharakterisierung) finden sich in best zugänglicher Darstellungsweise (gute Abbildungen, sehr gut leserlicher Text). Die funktionellen Kapitel geben sehr gute Einblicke in Grundkonzepte, vor allem der visuellen Wahrnehmung (hier liegt natürlich ein Schwerpunkt). Auch pathologische Aspekte werden diskutiert, vor allem aber die funktionelle Architektur der Sehbahn. Einführung der visuellen Areale etc. (hier in sehr speziellen Details selten nicht ganz aktuell). Insgesamt sehr zu empfehlen dem Suchenden, dringend zu raten dem Interessierten - der Kandel als Beginn jeder Auseinandersetzung mit der Neurobiologie! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.) |
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Psychiatrie, Psychoanalyse und die neue Biologie des Geistes (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) von Eric R. KandelTaschenbuch von Suhrkamp VerlagPreis bei Amazon: EUR 12,00, Angebote ab EUR 8,00 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3518294601, Erscheinungsdatum: März 2008, Auflage: 3 |
Aus der Amazon.de-RedaktionIn seinem Aufsatz ?Psychotherapie und die einzelne Synapse? stellte Eric Kandel 1979 eine enge Verbindung zwischen Psychiatrie und Neurobiologie her ? angesichts der vielfach geradezu feindseligen Haltung der Wissenschaftler beider Disziplinen zueinander eine Provokation. Doch inzwischen weiß man, nicht zuletzt aufgrund der Grundlagenarbeit von Kandel: Psychotherapie kann sich auf die Gehirnstrukturen auswirken, und die Gehirnchemie lässt sich zu therapeutischem Nutzen gezielt beeinflussen. Und wie die Zusammenhänge zwischen geistigen und neuronalen Prozesse genau beschaffen sind, das ist heute eine der wichtigsten wissenschaftlichen Fragen, denen überall auf der Welt nachgegangen wird. In diesem Buch sind sechs der wichtigsten Aufsätze des Nobelpreisträgers Kandel versammelt. Er legt darin die Erkenntnisse seiner Forschung und auch seine wissenschaftlichen Überzeugungen und seinen persönlichen wie wissenschaftlichen Werdegang offen. Das allein würde dieses Buch schon zu einer lohnenswerten Lektüre machen. Als i-Tüpfelchen ist jedem Aufsatz aber noch ein aktueller Kommentar einer bedeutenden wissenschaftlichen Persönlichkeit nachgestellt. So äußern sich beispielsweise Joseph LeDoux oder Judith L. Rapoport zur Bedeutung von Kandels Ideen und Erkenntnissen und machen seine Bedeutung und seinen Einfluss auf die aktuelle Diskussion und den Stand der Forschung deutlich. Dadurch ist diese Buch topaktuell ? obwohl manche der hier versammelten Aufsätze schon einige Jahre auf dem Buckel haben. Dies ist nicht nur eine Sammlung von wissenschaftlichen Aufsätzen. Es ist ein spannendes, wenn auch nicht immer leicht lesbares Buch von einem außergewöhnlichen Wissenschaftler, der keine Angst vor unkonventionellen Ideen hat -- und der seiner Zeit immer ein Stück voraus ist. -- Gabi Neumayer 3 Kundenrezensionen:Kandels Vision 5 von 5 PunktenIn diesem Band werden sechs Aufsätze zur "Psychiatrie, Psychoanalyse und die neue Biologie des Geistes" von Kandel versammelt. Spätestens beim dritten Terminus im Titel offenbart sich uns ein Widerspruch: Biologie des Geistes. Und das macht Kandel und sein Lebenswerk so bahnbrechend! Eigentlich Absolvent einer literaturwissenschaftlichen Disziplin kam Eric Kandel in Berührung mit der Psychoanalyse und wie Freud hielt er die neuronale Seite, den Aspekt der Biologie, für unverzichtbar - nur war Freud seinerzeit mit maroden Naturwissenschaften konfrontiert, wie sie heute (Molekularbiologie, Neurologie, Genetik etc.) aber wiederum umunstößlich sind, und somit die Erforschung der Seele ein rein geisteswissenschaftliches Genre; beides in einen Topf zu werfen, war Freud unmöglich. Kandel versucht genau diesen (paradigmatisch anmutenden) Brückenschlag und versucht Verhalten, Störungen, Gedächtnis und Geistesprozesse zu analysieren, um hieraus die Psychophänomene ableiten zu können. Der Vorwurf: Reduktionismus! Dieser im Übrigen zweierlei geartet: zum einen wurden die Muster und deren Veränderungen (Gene, Synapsen) an einem Schleimhaufen names Aplysia erforscht (komplexe Vorgänge auf ein wirbelloses Tier reduziert), zum anderen behauptet, dass alle Verhaltensweisen durch genetische, synaptische (neuronale) Verschaltungen evoziert sind, d.h. DETERMINIERT durch bio-natürliche Gesetze. Kandel konnte zeigen, dass sich Verhaltensmuster (auch komplizierte wie Lernen) in ihrer Evokation auf molekularer bzw. zellulärer Ebene entwickeln - hier für ALLE Lebewesen konserviert! Am Menschen wurden erste Orte im Gehirn für dieses und jenes lokalisert. Die Aufsätze Kandels können vor allem aufgrund ihrer spezifischen Semantik nicht im Besonderen hier wiedergegeben werden; manchmal sind sie recht fachlich und entziehen sich dem Laien in ihrer Vollständigkeit, aber die Essenz ist frappierend und spektakulär! Dabei soll festgehalten werden, dass es Kandel nicht darum geht, die Psychoanalyse zu zerstören, oder sie ihres "Amtes" zu entheben. Er möchte, dass künftig (z.B.) psychische Probleme auch neuronal erfasst werden, damit eine gezieltere Behandlung von Patienten möglich ist. Er sagt es selbst: ALLES ist organsisch (und nicht funktionell), daher gilt für Psychiatrie und Psychoanalyse künftig, sofern sie bestehen bleiben wollen: ein Kovergieren ist unumgänglich und notwendig! Und zur Zeit steckt das Zusammenwachsen in den Kinderschuhen. Kandels Leistungen wurden mit einem Nobelpreis beehrt - völlig zurecht. Wer eine Einführung lesen möchte, dem sei das vorliegende Buch empfohlen. Ein Klassiker 5 von 5 PunktenZugegeben, das Buch von E. Kandel, dem Nobelpreisträger für Medizin oder Physiologie (es heißt wirklich "oder") ist wohl nicht ein Sachbuch, das sich in weite Bevölkerungsschichten verbreiten wird. Es besteht aus seiner Nobelpreisrede, Vorträgen, Vorlesungen und zusammenfassenden Artikeln, die in Fachzeitschriften erschienen sind. Es umspannt Kandel's Wirken zwischen dem Ende der siebziger Jahre und Anfang des einundzwanzigsten Jahrhunderts. Dies klingt nach Vergangenem. Dies ist aber nicht so. Das Buch hat das Zeug zum Klassiker. Es dokumentiert die Entwicklung eines Teils der Hirnforschung, der Grundlagen des Lernens und den Einfluss, den die Molekularbiologie auf die Behandlung von psychischen Erkrankungen gewinnt. Die Bedeutung der von Kandel beschriebenen Erkenntnisse wird am Ende eines jeden Kapitels von einem Experten aus der Sicht des Jahres 2005 besprochen. Kandel zeigt, warum wir vom Angstreflex einer Meeresschnecke etwas über menschliche Angst lernen können, auf welchen zellulären Vorgängen unser Kurz- und unser Langzeitgedächtnis beruhen, oder auf welche Weise chronische Angst erlernt wird. Er zeigt, wie Medikamente und psychotherapeutische Methoden Änderungen der Aktivität derselben Gehirnareale auslösen, wenn die Behandlung erfolgreich war. Kandel hat in seiner Schaffenszeit unter der strikten Trennung der psychiatrischen und molekular- und zellbiologischen Ansätze (insbesondere in den USA) gelitten und wurde zu einem Fürsprecher der Zusammenarbeit dieser Fachgebiete. Ein Buch, das möglicherweise für den Profi geeigneter ist als für den Laien. Aber Psychologen, Psychiater, Biologen und Ärzte - und natürlich die Studenten - sollten diesen Klassiker studieren. Ein überaus wichtiger Sammelband 5 von 5 PunktenTitel, Aufmachung und Preis verleiten dazu, diesem Buch nicht die gebührende Beachtung zu schenken. Wenn ich dem mit meiner Besprechung ein wenig entgegenwirken kann, lohnen sich die folgenden Zeilen. Dass Eric R. Kandel bei einem breiteren Publikum nicht so bekannt ist, wie es seine Person und sein Gedankengut verdienen, mag auch an der dürftigen Auswahl übersetzter Publikationen liegen. Ich stiess auf diesen Ausnahmeforscher, als mich 1999 in der Buchhandlung ein Umschlagbild von Roy Lichtenstein anlachte. Doch Gedächtnis. Die Natur des Erinnerns ist inzwischen leider vergriffenen. Ein Jahr später erhielt Eric R. Kandel den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. Angehende Psychologen und Ärzte und haben vielleicht das Lehrbuch Neurowissenschaften. Eine Einführung in ihrem Bücherregal. Leider seit 1995 nicht mehr überarbeitet. Psychiatrie, Psychoanalyse und die neue Biologie des Geistes ist nun weder Lehrbuch, noch ein eigens komponiertes Sachbuch. Es ist ein Sammelband, der bereits publizierte und verstreute Aufsätze wieder zugänglich macht. Eigentümlich, dass dies weder aus dem Titel, noch aus dem Klappentext hervorgeht. Aber das ist denn auch schon die einzige Kritik, die ich anbringen kann. Ausser, dass zwei Aufsätze aus der Originalausgabe von 2005 fehlen. Die Auswahl der übrigen Aufsätze ist so getroffen, dass der Leser einen umfassenden Einblick in die Forschungsarbeit des Nobelpreisträgers erhält. Und das ausführliche Sachregister erleichtert das Auffinden von Textstellen und bestimmten Themen. Zudem sind den sechs Aufsätzen Kommentare beigefügt, die das Verständnis erleichtert und weitere Aspekte einbringen. Und weil Eric R. Kandel nicht irgendwer ist, konnte man für diese Aufgabe Grössen wie Joseph LeDoux gewinnen. Der 1929 in Wien geborene Nobelpreisträger hat den Geist von Sigmund Freud verinnerlicht und schreibt daher in einer Sprache, die fliesst, verständlich und anschaulich ist. Trotzdem werden Leser ohne Vorkenntnisse arg gefordert, sind doch die Aufsätze für ein Fachpublikum verfasst worden. Ohne gezielte Abstecher in naturwissenschaftliche Lehrbücher werden Neueinsteiger wohl Mühe haben, die faszinierende Welt des Eric R. Kandel ganz zu entdecken. Aber wer sich wirklich dafür interessiert, was Spitzenforscher zu berichten haben, sollte sich dennoch an die Lektüre machen. Ich habe auch nicht jeden physikalischen und chemischen Vorgang begriffen und bin dennoch glücklich, dass mit diesem Sammelband nun ein weiteres Buch von Kandel in Deutsch vorliegt. Und wer mehr über den Nobelpreisträger erfahren möchte, soll doch auch die im März beim Siedler Verlag erschienene Biografie "Auf der Suche nach dem Gedächtnis. Die Entstehung einer neuen Wissenschaft des Geistes" bestellen. Mein Fazit: Ein Sammelband von Aufsätzen, die für die rasante Entwicklung der Hirnforschung von grosser Bedeutung waren und noch heute einen aktuellen Einblick in die faszinierenden Welten der Neurologie und Psychiatrie geben. Zudem macht die Lektüre neugierig, wer hinter diesen revolutionären Erkenntnissen steht. |
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Gedächtnis: Die Natur des Erinnerns von Larry R. Squire, Eric R. KandelGebundene Ausgabe von Spektrum Akademischer VerlagPreis bei Amazon: EUR 29,95, Angebote ab EUR 14,90 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3827421209, Erscheinungsdatum: Sept. 2009, Auflage: 2. Auflage. 2. Aufl. |
Eine Kundenrezension:Zahlreiche Bilder machen die schwere Kost geniessbarer 5 von 5 PunktenDie aktualisierte Neuauflage vermittelt den gegenwärtigen Stand der Forschung. Damit steht dieses Buch zwar nicht allein, macht aber die Theorie dank zahlreicher Farbbildern und Grafiken anschaulicher als andere Werke. Zudem konnte mit dem Nobelpreisträger Eric R. Kandel ein Co-Autor gewonnen werden, der in der Fachwelt ein grosses Renommee geniesst . Larry R. Squire ist Professor für Psychiatrie, Neurowissenschaften und Psychologie an der University of California School of Medicine in San Diego. In zehn Kapiteln gehen die beiden Autoren den wichtigsten Fragen nach, die sich Gedächtnisforscher und wohl auch die Leser stellen. Und für ihre Antworten führen sie Erkenntnisse aus den verschiedensten Wissenschaftsdisziplinen zusammen. Der logische Aufbau und die Kurzzusammenfassungen erleichtern dem Leser die Orientierung, was bei diesem Thema besonders wichtig ist. Denn es lässt sich nicht vermeiden, zwischen der Welt der Moleküle und derjenigen menschlicher Verhaltensweise hin und her zu switchen. Ich hätte es allerdings begrüsst, wenn in der Neuauflage ein Glossar mit den wichtigsten Fachbegriffen zu finden wäre. Damit hätte auch der ausführliche Index noch an Wert gewonnen. Mein Fazit: Da die beiden Autoren zu den renommiertesten Wissenschaftlern der Gedächtnisforschung und Neurobiologie gehören, darf der Leser davon ausgehen, dass ihm der aktuelle Wissensstand vermittelt wird. Die vielen Bilder und Illustrationen erleichtern das Verständnis, zumal die Lektüre wegen der zahlreichen Fachbegriffe nicht immer einfach ist. |
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Psychiatrie, Psychoanalyse und die neue Biologie des Geistes von Eric R. KandelGebundene Ausgabe von Suhrkamp VerlagPreis bei Amazon: EUR 28,00, Angebote ab EUR 15,94 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3518584510, Erscheinungsdatum: April 2006, Auflage: 2 |
Aus der Amazon.de-RedaktionIn seinem Aufsatz ?Psychotherapie und die einzelne Synapse? stellte Eric Kandel 1979 eine enge Verbindung zwischen Psychiatrie und Neurobiologie her ? angesichts der vielfach geradezu feindseligen Haltung der Wissenschaftler beider Disziplinen zueinander eine Provokation. Doch inzwischen weiß man, nicht zuletzt aufgrund der Grundlagenarbeit von Kandel: Psychotherapie kann sich auf die Gehirnstrukturen auswirken, und die Gehirnchemie lässt sich zu therapeutischem Nutzen gezielt beeinflussen. Und wie die Zusammenhänge zwischen geistigen und neuronalen Prozesse genau beschaffen sind, das ist heute eine der wichtigsten wissenschaftlichen Fragen, denen überall auf der Welt nachgegangen wird. In diesem Buch sind sechs der wichtigsten Aufsätze des Nobelpreisträgers Kandel versammelt. Er legt darin die Erkenntnisse seiner Forschung und auch seine wissenschaftlichen Überzeugungen und seinen persönlichen wie wissenschaftlichen Werdegang offen. Das allein würde dieses Buch schon zu einer lohnenswerten Lektüre machen. Als i-Tüpfelchen ist jedem Aufsatz aber noch ein aktueller Kommentar einer bedeutenden wissenschaftlichen Persönlichkeit nachgestellt. So äußern sich beispielsweise Joseph LeDoux oder Judith L. Rapoport zur Bedeutung von Kandels Ideen und Erkenntnissen und machen seine Bedeutung und seinen Einfluss auf die aktuelle Diskussion und den Stand der Forschung deutlich. Dadurch ist diese Buch topaktuell ? obwohl manche der hier versammelten Aufsätze schon einige Jahre auf dem Buckel haben. Dies ist nicht nur eine Sammlung von wissenschaftlichen Aufsätzen. Es ist ein spannendes, wenn auch nicht immer leicht lesbares Buch von einem außergewöhnlichen Wissenschaftler, der keine Angst vor unkonventionellen Ideen hat -- und der seiner Zeit immer ein Stück voraus ist. -- Gabi Neumayer 3 Kundenrezensionen:Kandels Vision 5 von 5 PunktenIn diesem Band werden sechs Aufsätze zur "Psychiatrie, Psychoanalyse und die neue Biologie des Geistes" von Kandel versammelt. Spätestens beim dritten Terminus im Titel offenbart sich uns ein Widerspruch: Biologie des Geistes. Und das macht Kandel und sein Lebenswerk so bahnbrechend! Eigentlich Absolvent einer literaturwissenschaftlichen Disziplin kam Eric Kandel in Berührung mit der Psychoanalyse und wie Freud hielt er die neuronale Seite, den Aspekt der Biologie, für unverzichtbar - nur war Freud seinerzeit mit maroden Naturwissenschaften konfrontiert, wie sie heute (Molekularbiologie, Neurologie, Genetik etc.) aber wiederum umunstößlich sind, und somit die Erforschung der Seele ein rein geisteswissenschaftliches Genre; beides in einen Topf zu werfen, war Freud unmöglich. Kandel versucht genau diesen (paradigmatisch anmutenden) Brückenschlag und versucht Verhalten, Störungen, Gedächtnis und Geistesprozesse zu analysieren, um hieraus die Psychophänomene ableiten zu können. Der Vorwurf: Reduktionismus! Dieser im Übrigen zweierlei geartet: zum einen wurden die Muster und deren Veränderungen (Gene, Synapsen) an einem Schleimhaufen names Aplysia erforscht (komplexe Vorgänge auf ein wirbelloses Tier reduziert), zum anderen behauptet, dass alle Verhaltensweisen durch genetische, synaptische (neuronale) Verschaltungen evoziert sind, d.h. DETERMINIERT durch bio-natürliche Gesetze. Kandel konnte zeigen, dass sich Verhaltensmuster (auch komplizierte wie Lernen) in ihrer Evokation auf molekularer bzw. zellulärer Ebene entwickeln - hier für ALLE Lebewesen konserviert! Am Menschen wurden erste Orte im Gehirn für dieses und jenes lokalisert. Die Aufsätze Kandels können vor allem aufgrund ihrer spezifischen Semantik nicht im Besonderen hier wiedergegeben werden; manchmal sind sie recht fachlich und entziehen sich dem Laien in ihrer Vollständigkeit, aber die Essenz ist frappierend und spektakulär! Dabei soll festgehalten werden, dass es Kandel nicht darum geht, die Psychoanalyse zu zerstören, oder sie ihres "Amtes" zu entheben. Er möchte, dass künftig (z.B.) psychische Probleme auch neuronal erfasst werden, damit eine gezieltere Behandlung von Patienten möglich ist. Er sagt es selbst: ALLES ist organsisch (und nicht funktionell), daher gilt für Psychiatrie und Psychoanalyse künftig, sofern sie bestehen bleiben wollen: ein Kovergieren ist unumgänglich und notwendig! Und zur Zeit steckt das Zusammenwachsen in den Kinderschuhen. Kandels Leistungen wurden mit einem Nobelpreis beehrt - völlig zurecht. Wer eine Einführung lesen möchte, dem sei das vorliegende Buch empfohlen. Ein Klassiker 5 von 5 PunktenZugegeben, das Buch von E. Kandel, dem Nobelpreisträger für Medizin oder Physiologie (es heißt wirklich "oder") ist wohl nicht ein Sachbuch, das sich in weite Bevölkerungsschichten verbreiten wird. Es besteht aus seiner Nobelpreisrede, Vorträgen, Vorlesungen und zusammenfassenden Artikeln, die in Fachzeitschriften erschienen sind. Es umspannt Kandel's Wirken zwischen dem Ende der siebziger Jahre und Anfang des einundzwanzigsten Jahrhunderts. Dies klingt nach Vergangenem. Dies ist aber nicht so. Das Buch hat das Zeug zum Klassiker. Es dokumentiert die Entwicklung eines Teils der Hirnforschung, der Grundlagen des Lernens und den Einfluss, den die Molekularbiologie auf die Behandlung von psychischen Erkrankungen gewinnt. Die Bedeutung der von Kandel beschriebenen Erkenntnisse wird am Ende eines jeden Kapitels von einem Experten aus der Sicht des Jahres 2005 besprochen. Kandel zeigt, warum wir vom Angstreflex einer Meeresschnecke etwas über menschliche Angst lernen können, auf welchen zellulären Vorgängen unser Kurz- und unser Langzeitgedächtnis beruhen, oder auf welche Weise chronische Angst erlernt wird. Er zeigt, wie Medikamente und psychotherapeutische Methoden Änderungen der Aktivität derselben Gehirnareale auslösen, wenn die Behandlung erfolgreich war. Kandel hat in seiner Schaffenszeit unter der strikten Trennung der psychiatrischen und molekular- und zellbiologischen Ansätze (insbesondere in den USA) gelitten und wurde zu einem Fürsprecher der Zusammenarbeit dieser Fachgebiete. Ein Buch, das möglicherweise für den Profi geeigneter ist als für den Laien. Aber Psychologen, Psychiater, Biologen und Ärzte - und natürlich die Studenten - sollten diesen Klassiker studieren. Ein überaus wichtiger Sammelband 5 von 5 PunktenTitel, Aufmachung und Preis verleiten dazu, diesem Buch nicht die gebührende Beachtung zu schenken. Wenn ich dem mit meiner Besprechung ein wenig entgegenwirken kann, lohnen sich die folgenden Zeilen. Dass Eric R. Kandel bei einem breiteren Publikum nicht so bekannt ist, wie es seine Person und sein Gedankengut verdienen, mag auch an der dürftigen Auswahl übersetzter Publikationen liegen. Ich stiess auf diesen Ausnahmeforscher, als mich 1999 in der Buchhandlung ein Umschlagbild von Roy Lichtenstein anlachte. Doch Gedächtnis. Die Natur des Erinnerns ist inzwischen leider vergriffenen. Ein Jahr später erhielt Eric R. Kandel den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. Angehende Psychologen und Ärzte und haben vielleicht das Lehrbuch Neurowissenschaften. Eine Einführung in ihrem Bücherregal. Leider seit 1995 nicht mehr überarbeitet. Psychiatrie, Psychoanalyse und die neue Biologie des Geistes ist nun weder Lehrbuch, noch ein eigens komponiertes Sachbuch. Es ist ein Sammelband, der bereits publizierte und verstreute Aufsätze wieder zugänglich macht. Eigentümlich, dass dies weder aus dem Titel, noch aus dem Klappentext hervorgeht. Aber das ist denn auch schon die einzige Kritik, die ich anbringen kann. Ausser, dass zwei Aufsätze aus der Originalausgabe von 2005 fehlen. Die Auswahl der übrigen Aufsätze ist so getroffen, dass der Leser einen umfassenden Einblick in die Forschungsarbeit des Nobelpreisträgers erhält. Und das ausführliche Sachregister erleichtert das Auffinden von Textstellen und bestimmten Themen. Zudem sind den sechs Aufsätzen Kommentare beigefügt, die das Verständnis erleichtert und weitere Aspekte einbringen. Und weil Eric R. Kandel nicht irgendwer ist, konnte man für diese Aufgabe Grössen wie Joseph LeDoux gewinnen. Der 1929 in Wien geborene Nobelpreisträger hat den Geist von Sigmund Freud verinnerlicht und schreibt daher in einer Sprache, die fliesst, verständlich und anschaulich ist. Trotzdem werden Leser ohne Vorkenntnisse arg gefordert, sind doch die Aufsätze für ein Fachpublikum verfasst worden. Ohne gezielte Abstecher in naturwissenschaftliche Lehrbücher werden Neueinsteiger wohl Mühe haben, die faszinierende Welt des Eric R. Kandel ganz zu entdecken. Aber wer sich wirklich dafür interessiert, was Spitzenforscher zu berichten haben, sollte sich dennoch an die Lektüre machen. Ich habe auch nicht jeden physikalischen und chemischen Vorgang begriffen und bin dennoch glücklich, dass mit diesem Sammelband nun ein weiteres Buch von Kandel in Deutsch vorliegt. Und wer mehr über den Nobelpreisträger erfahren möchte, soll doch auch die im März beim Siedler Verlag erschienene Biografie "Auf der Suche nach dem Gedächtnis. Die Entstehung einer neuen Wissenschaft des Geistes" bestellen. Mein Fazit: Ein Sammelband von Aufsätzen, die für die rasante Entwicklung der Hirnforschung von grosser Bedeutung waren und noch heute einen aktuellen Einblick in die faszinierenden Welten der Neurologie und Psychiatrie geben. Zudem macht die Lektüre neugierig, wer hinter diesen revolutionären Erkenntnissen steht. |
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Auf der Suche nach dem Gedächtnis: Die Entstehung einer neuen Wissenschaft des Geistes von Eric KandelTaschenbuch von Goldmann VerlagPreis bei Amazon: EUR 10,95, Angebote ab EUR 8,09 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3442155703, Erscheinungsdatum: Juli 2009 |
5 Kundenrezensionen:Neurologie, die Spaß macht!! 5 von 5 PunktenBeim Thema Neurologie und der Wissenschaft entsteht bei den meisten ein unglaubliches Gefühl mal die eigenen Gesichtsmuskeln weit zu spannen und einen lauten Gähnlaut heraus zu brüllen..Aber nicht bei diesem Buch!! Selbst in einem Medizinischen Beruf, wo man vor zu viel Fachliteratur fast schon überschwemmt wird, ist dieses Werk eine völlig Gegensätzliche Ausarbeitung, in der mit viel Humor und einfachen Erläuterungen (an Beispielen und Erfahrungen) die Wissenschaftlichen Theorien dargestellt werden. Es macht einfach Spaß Eric Kandel bei seiner Reise in die Welt seiner Erinnerungen zu begleiten und zugleich seine Thesen mit eingeimpft zu bekommen, ohne dass man je einen Pikser gespürt hatte!! Ein tolles Buch, was klar verständlich und leicht zu lesen ist und für jeden gedacht ist, die/der gerne humorvoll an Wissenschaftlichen Themen herangehen will!! Transfektion 3 von 5 PunktenEric Kandel macht uns glauben, man lerne wissenschaftlich begründbare Erkenntnisse über das Gedächtnis, und in der Tat kann man das Buch in dieser Hinsicht mit Gewinn lesen. Noch mehr aber kann man über den Menschen Kandel lernen, an dem Robert Sutton seine Freude gehabt hätte. Aber im wesentlichen lernt man, wie virtuos Eric Kandel auf der Klaviatur des tatsächlichen und des unterstellten Antisemitismus zu brillieren versteht. In Bears Standardwerk "Neurowissenschaften" ist der Nobelpreisträger nur kurz erwähnt - ein Fall von Antisemitismus? Kritisch lesen. Wertvolle Zeitreise nicht nur durch die Gehirnforschung 5 von 5 PunktenEs bedarf nicht so sehr viel, um dieses Buch zu mögen: ein bisschen Liebe zum Buch, ein bisschen Gefallen an richtig gut erzählten Geschichten - den letztendlich ist dieses Buch auch eine wunderbar erzählte Geschichte, und vielleicht noch ein wenig Offenheit neuen Sichtweiten gegenüber und die Bereitschaft, sich auf eine Reise mit nehmen zu lassen. Nicht nur auf eine Reise quasi durch mehr als ein halbes Jahrhundert, sondern auch auf eine Reise durch die Entwicklung der Hirnforschung. Erzählt wird dieses Buch in einer wunderbar verständlichen Sprache von einem der wichtigsten lebenden Gehirnforscher. Auch am Beispiel Eric Kandels bestätigt sich, dass die "wirklich" Wissenden in der Lage sind, ihren Bereich spielerisch und einfach darzustellen, ohne die notwendige Gewissenhaftigkeit und Genauigkeit zu verletzen. Viel Wissen - verständlich geschrieben 5 von 5 PunktenWas für ein wundervolles Buch. Was für ein bemerkenswerter Mann. Nicht nur, wer sich für dieses Thema - Gedächtnis - was passiert eigentlich in meinem KOPF? - interessiert, wird bei diesem Buch genau das richtige finden. Auch in Hinsicht auf die Geschichte der Nazi-Zeit, als viele hoch intelligente Leute Deutschland wegen einer hirnrissigen Politik verlassen mussten und damit sicher einer der größten Verluste an Wissen in Deutschland einherging - ist dieses Buch sehr sehr lesenswert. Im November soll eine DVD zum gleichen Thema von Eric Kandel herausgebracht werden. Auch diese werde ich mir ansehen. Zwei Geschichten 3 von 5 Punkten"Auf der Suche nach dem Gedächtnis" verbindet zwei Geschichten miteinander. Da ist zum einen die Geschichte des Lebens und der Forschung des Eric Kandel, und zum anderen wird die Geschichte der Neurowissenschaften erzählt. Auf gewisse Art und Weise steht Eric Kandels persönliche Geschichte exemplarisch für die Geschichte der Wissenschaft des Geistes, die zunehmend von der Biologie bestimmt wurde. Das Bemühen Kandels um ein Verständnis für das Gedächtnis wendet sich einem biologischen Ansatz zu, wird zu dem Bemühen, das Gedächtnis auf zell- und molekularbiologischer Ebene zu verstehen. Aber es ist nicht nur die zunehmend reduktionistische Arbeitsweise, die Kandels Forscherdasein mit der Geschichte der Neurowissenschaften verbindet, sondern auch die Art und Weise, die Geschichten sich und anderen zu erzählen und dabei eine Kohärenz und Stringenz zu schaffen, die so nicht existiert. Beide Geschichten sind merkwürdig bruchlos, sind schiere Erfolgsgeschichten, so dass man bisweilen ein wenig Reibung vermisst. Kritik oder Provokation sollte man hier also nicht erwarten und sich zudem bewusst sein, dass Vergangenheit, obwohl sie stattfand, vom Erzähler in einem aktiven Prozess in eine Geschichte geformt wird. Hin und wieder wird der Leser vielleicht auch Kandels Optimismus hinsichtlich des Erklärungspotentials der Biologie kritisch betrachten und sich wünschen, dass Kandel dies selbst getan hätte. In seinem Vorwort schreibt Kandel, dass er sein Buch für Leser geschrieben hat, die ohne jedwede Vorkenntnisse eine Einführung in die Naturwissenschaft des Geistes suchen. Das hat er insofern geschafft, als dass er Fachbegriffe erklärt und überhaupt sehr verständlich und leidenschaftlich schreibt. Die Fülle an Informationen zu Versuchsaufbauten und Untersuchungsdesigns, zur Biochemie und Bioelektrizität macht dieses Buch zwar sehr detailreich und damit informativ, aber auch unüberschaubar. Und so werden wohl einige Leser am Ende weniger wissen beziehungsweise behalten, als sie erhofft haben. Andererseits vermittelt Kandel einen tiefen Einblick in die Forschung und die reduktionistische Sichtweise der Neurobiologie, so dass der Leser am Ende vielleicht nicht "weiß", so doch immerhin ein Gefühl für die Bedeutung der Forschung und die Arbeitsweise Kandels und seiner Kollegen hat. Mit einer gewissen kritischen Distanz gelesen, bietet Kandels "Auf der Suche nach dem Gedächtnis" eine spannende und tiefgehende Reise in die Neurowissenschaften. Manchmal ist sie etwas anstrengend und kann den Leser angesichts der Detailfülle und Tiefe überfordern, aber immer schafft sie es, die Begeisterung und Leidenschaft des Autors für sein Fach und das Leben überhaupt zu vermitteln. Zudem lernt man einen großen Wissenschaftler unserer Zeit kennen. Für alle, die Interesse an den Neurowissenschaften haben, ist das Buch also, trotz einiger Kritikpunkte, absolut zu empfehlen. |
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Auf der Suche nach dem Gedächtnis: Die Entstehung einer neuen Wissenschaft des Geistes von Eric KandelBroschiert von Pantheon VerlagPreis bei Amazon: EUR 14,95, Angebote ab EUR 6,95 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3570550397, Erscheinungsdatum: Oktober 2007, Auflage: 3 |
5 Kundenrezensionen:Neurologie, die Spaß macht!! 5 von 5 PunktenBeim Thema Neurologie und der Wissenschaft entsteht bei den meisten ein unglaubliches Gefühl mal die eigenen Gesichtsmuskeln weit zu spannen und einen lauten Gähnlaut heraus zu brüllen..Aber nicht bei diesem Buch!! Selbst in einem Medizinischen Beruf, wo man vor zu viel Fachliteratur fast schon überschwemmt wird, ist dieses Werk eine völlig Gegensätzliche Ausarbeitung, in der mit viel Humor und einfachen Erläuterungen (an Beispielen und Erfahrungen) die Wissenschaftlichen Theorien dargestellt werden. Es macht einfach Spaß Eric Kandel bei seiner Reise in die Welt seiner Erinnerungen zu begleiten und zugleich seine Thesen mit eingeimpft zu bekommen, ohne dass man je einen Pikser gespürt hatte!! Ein tolles Buch, was klar verständlich und leicht zu lesen ist und für jeden gedacht ist, die/der gerne humorvoll an Wissenschaftlichen Themen herangehen will!! Transfektion 3 von 5 PunktenEric Kandel macht uns glauben, man lerne wissenschaftlich begründbare Erkenntnisse über das Gedächtnis, und in der Tat kann man das Buch in dieser Hinsicht mit Gewinn lesen. Noch mehr aber kann man über den Menschen Kandel lernen, an dem Robert Sutton seine Freude gehabt hätte. Aber im wesentlichen lernt man, wie virtuos Eric Kandel auf der Klaviatur des tatsächlichen und des unterstellten Antisemitismus zu brillieren versteht. In Bears Standardwerk "Neurowissenschaften" ist der Nobelpreisträger nur kurz erwähnt - ein Fall von Antisemitismus? Kritisch lesen. Wertvolle Zeitreise nicht nur durch die Gehirnforschung 5 von 5 PunktenEs bedarf nicht so sehr viel, um dieses Buch zu mögen: ein bisschen Liebe zum Buch, ein bisschen Gefallen an richtig gut erzählten Geschichten - den letztendlich ist dieses Buch auch eine wunderbar erzählte Geschichte, und vielleicht noch ein wenig Offenheit neuen Sichtweiten gegenüber und die Bereitschaft, sich auf eine Reise mit nehmen zu lassen. Nicht nur auf eine Reise quasi durch mehr als ein halbes Jahrhundert, sondern auch auf eine Reise durch die Entwicklung der Hirnforschung. Erzählt wird dieses Buch in einer wunderbar verständlichen Sprache von einem der wichtigsten lebenden Gehirnforscher. Auch am Beispiel Eric Kandels bestätigt sich, dass die "wirklich" Wissenden in der Lage sind, ihren Bereich spielerisch und einfach darzustellen, ohne die notwendige Gewissenhaftigkeit und Genauigkeit zu verletzen. Viel Wissen - verständlich geschrieben 5 von 5 PunktenWas für ein wundervolles Buch. Was für ein bemerkenswerter Mann. Nicht nur, wer sich für dieses Thema - Gedächtnis - was passiert eigentlich in meinem KOPF? - interessiert, wird bei diesem Buch genau das richtige finden. Auch in Hinsicht auf die Geschichte der Nazi-Zeit, als viele hoch intelligente Leute Deutschland wegen einer hirnrissigen Politik verlassen mussten und damit sicher einer der größten Verluste an Wissen in Deutschland einherging - ist dieses Buch sehr sehr lesenswert. Im November soll eine DVD zum gleichen Thema von Eric Kandel herausgebracht werden. Auch diese werde ich mir ansehen. Zwei Geschichten 3 von 5 Punkten"Auf der Suche nach dem Gedächtnis" verbindet zwei Geschichten miteinander. Da ist zum einen die Geschichte des Lebens und der Forschung des Eric Kandel, und zum anderen wird die Geschichte der Neurowissenschaften erzählt. Auf gewisse Art und Weise steht Eric Kandels persönliche Geschichte exemplarisch für die Geschichte der Wissenschaft des Geistes, die zunehmend von der Biologie bestimmt wurde. Das Bemühen Kandels um ein Verständnis für das Gedächtnis wendet sich einem biologischen Ansatz zu, wird zu dem Bemühen, das Gedächtnis auf zell- und molekularbiologischer Ebene zu verstehen. Aber es ist nicht nur die zunehmend reduktionistische Arbeitsweise, die Kandels Forscherdasein mit der Geschichte der Neurowissenschaften verbindet, sondern auch die Art und Weise, die Geschichten sich und anderen zu erzählen und dabei eine Kohärenz und Stringenz zu schaffen, die so nicht existiert. Beide Geschichten sind merkwürdig bruchlos, sind schiere Erfolgsgeschichten, so dass man bisweilen ein wenig Reibung vermisst. Kritik oder Provokation sollte man hier also nicht erwarten und sich zudem bewusst sein, dass Vergangenheit, obwohl sie stattfand, vom Erzähler in einem aktiven Prozess in eine Geschichte geformt wird. Hin und wieder wird der Leser vielleicht auch Kandels Optimismus hinsichtlich des Erklärungspotentials der Biologie kritisch betrachten und sich wünschen, dass Kandel dies selbst getan hätte. In seinem Vorwort schreibt Kandel, dass er sein Buch für Leser geschrieben hat, die ohne jedwede Vorkenntnisse eine Einführung in die Naturwissenschaft des Geistes suchen. Das hat er insofern geschafft, als dass er Fachbegriffe erklärt und überhaupt sehr verständlich und leidenschaftlich schreibt. Die Fülle an Informationen zu Versuchsaufbauten und Untersuchungsdesigns, zur Biochemie und Bioelektrizität macht dieses Buch zwar sehr detailreich und damit informativ, aber auch unüberschaubar. Und so werden wohl einige Leser am Ende weniger wissen beziehungsweise behalten, als sie erhofft haben. Andererseits vermittelt Kandel einen tiefen Einblick in die Forschung und die reduktionistische Sichtweise der Neurobiologie, so dass der Leser am Ende vielleicht nicht "weiß", so doch immerhin ein Gefühl für die Bedeutung der Forschung und die Arbeitsweise Kandels und seiner Kollegen hat. Mit einer gewissen kritischen Distanz gelesen, bietet Kandels "Auf der Suche nach dem Gedächtnis" eine spannende und tiefgehende Reise in die Neurowissenschaften. Manchmal ist sie etwas anstrengend und kann den Leser angesichts der Detailfülle und Tiefe überfordern, aber immer schafft sie es, die Begeisterung und Leidenschaft des Autors für sein Fach und das Leben überhaupt zu vermitteln. Zudem lernt man einen großen Wissenschaftler unserer Zeit kennen. Für alle, die Interesse an den Neurowissenschaften haben, ist das Buch also, trotz einiger Kritikpunkte, absolut zu empfehlen. |
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Gedächtnis. Die Natur des Erinnerns von Larry R. Squire, Eric R. KandelGebundene Ausgabe von Spektrum VerlagPreis bei Amazon: EUR 29,95, Angebote ab EUR 20,00 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 382740522X, Erscheinungsdatum: August 2009 |
Aus der Amazon.de-RedaktionErinnern Sie sich nicht auch immer wieder gerne an alte Zeiten, alte Schulfreunde, die erste große Liebe oder die letzte aufregende Reise? Und erscheinen Ihnen dabei nicht immer wieder Bilder vor Ihrem inneren Auge, die oft fast so lebendig erscheinen, als erlebten Sie diese Geschehnisse ein zweites Mal? Erinnerungen sind das Gerüst, das unsere persönliche Geschichte trägt und uns ermöglichen, Handeln zu reflektieren und zu verändern. Wir sind, wer wir sind, weil wir uns erinnern können, ohne Erinnerungen verlieren wir die Verbindung zu uns und unserer Geschichte. Wie aber funktioniert unser Gedächtnis eigentlich? Wo im Gehirn werden Gedächtnisinhalte verarbeitet und gespeichert? Was entscheidet, ob wir uns an Ereignisse eine lange Zeit erinnern können oder nicht und wie beeinflußt unser Gefühlsleben unser Gedächtnis? Solchen aufregenden und spannenden Fragen gehen die beiden führenden Gedächtnisforscher Larry R. Squire und Eric R. Kandel in ihrem Buch Gedächtnis nach und zeigen, wie Wissenschaftler Schritt für Schritt an der Entschlüsselung des Rätsels Gedächtnis arbeiteten und arbeiten. Zwar stehen viele endgültige Antworten heute noch aus, aber Squire und Kandel stellen in ihrem Werk überzeugend dar, wie das Zusammenspiel von Psychologie und Biologie es erstmals ermöglicht, Verhaltensreaktionen vollständig nachzuvollziehen und den Weg zu beschreiben, der vom Molekül über die Nervenzelle und eine bestimmte Hirnregion schließlich zu einer für uns sichtbaren Reaktion führt. So gelingt es dem Leser schließlich zu verstehen, durch welche Schritte in unserem Gehirn Erinnerungen geschaffen, gespeichert und abgerufen werden. Für alle, die an diesem so komplexem Thema interessiert sind, stellt dieses verständlich geschriebene, sehr sinnvoll aufgebaute und zugleich mit vielen spannenden Fallbeispielen und ausgezeichneten Graphiken illustrierte Buch eine hervorragende und aktuelle Informationsquelle dar. Ganz sicher also ein Buch zum Thema "Gedächtnis", das jedem Leser in Erinnerung bleiben wird! --Britta Petersen Eine Kundenrezension:ausführliche, gut strukturierte Gesamtschau 5 von 5 PunktenSquire und Kandel ist es gelungen, das große, komplexe Thema "Lernen und Gedächtnis" aus neurobiologischer und neurophysiologischer Sicht komprimiert darzustellen. Das Buch ist sehr gut strukturiert und in sich logisch aufgebaut. Die eingetreuten Fragen und Kurzzusammenfassungen helfen beim Verständnis und halten nebenbei eine enorme Spannung aufrecht, denn auch wenn das Thema an sich überaus spannend ist, so ist die Lektüre aufgrund der zahllosen Fachbegriffe und Fremdwörter - zumindest für einen (wenn auch interessierten) Laien - anstrengend. Einige Grundkenntnisse sind daher zu empfehlen. Die zahlreichen farbigen Abbildungen und Skizzen helfen beim Verständnis und machen die Texte im wahrsten Sinne des Wortes anschaulich. |
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principles of neural science: third edition. von r. eric/ schwartz, h. james/ jessell, m. thomas: kandelTaschenbuch von appleton & langeAngebote ab EUR 70,40 ISBN: , Erscheinungsdatum: Januar 1991, Auflage: 1 auflage |
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Auf der Suche nach dem Gedächtnis: Die Entstehung einer neuen Wissenschaft des Geistes von Eric KandelGebundene Ausgabe von Siedler VerlagAngebote ab EUR 13,00 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3886808424, Erscheinungsdatum: März 2006, Auflage: 3 |
5 Kundenrezensionen:Neurologie, die Spaß macht!! 5 von 5 PunktenBeim Thema Neurologie und der Wissenschaft entsteht bei den meisten ein unglaubliches Gefühl mal die eigenen Gesichtsmuskeln weit zu spannen und einen lauten Gähnlaut heraus zu brüllen..Aber nicht bei diesem Buch!! Selbst in einem Medizinischen Beruf, wo man vor zu viel Fachliteratur fast schon überschwemmt wird, ist dieses Werk eine völlig Gegensätzliche Ausarbeitung, in der mit viel Humor und einfachen Erläuterungen (an Beispielen und Erfahrungen) die Wissenschaftlichen Theorien dargestellt werden. Es macht einfach Spaß Eric Kandel bei seiner Reise in die Welt seiner Erinnerungen zu begleiten und zugleich seine Thesen mit eingeimpft zu bekommen, ohne dass man je einen Pikser gespürt hatte!! Ein tolles Buch, was klar verständlich und leicht zu lesen ist und für jeden gedacht ist, die/der gerne humorvoll an Wissenschaftlichen Themen herangehen will!! Transfektion 3 von 5 PunktenEric Kandel macht uns glauben, man lerne wissenschaftlich begründbare Erkenntnisse über das Gedächtnis, und in der Tat kann man das Buch in dieser Hinsicht mit Gewinn lesen. Noch mehr aber kann man über den Menschen Kandel lernen, an dem Robert Sutton seine Freude gehabt hätte. Aber im wesentlichen lernt man, wie virtuos Eric Kandel auf der Klaviatur des tatsächlichen und des unterstellten Antisemitismus zu brillieren versteht. In Bears Standardwerk "Neurowissenschaften" ist der Nobelpreisträger nur kurz erwähnt - ein Fall von Antisemitismus? Kritisch lesen. Wertvolle Zeitreise nicht nur durch die Gehirnforschung 5 von 5 PunktenEs bedarf nicht so sehr viel, um dieses Buch zu mögen: ein bisschen Liebe zum Buch, ein bisschen Gefallen an richtig gut erzählten Geschichten - den letztendlich ist dieses Buch auch eine wunderbar erzählte Geschichte, und vielleicht noch ein wenig Offenheit neuen Sichtweiten gegenüber und die Bereitschaft, sich auf eine Reise mit nehmen zu lassen. Nicht nur auf eine Reise quasi durch mehr als ein halbes Jahrhundert, sondern auch auf eine Reise durch die Entwicklung der Hirnforschung. Erzählt wird dieses Buch in einer wunderbar verständlichen Sprache von einem der wichtigsten lebenden Gehirnforscher. Auch am Beispiel Eric Kandels bestätigt sich, dass die "wirklich" Wissenden in der Lage sind, ihren Bereich spielerisch und einfach darzustellen, ohne die notwendige Gewissenhaftigkeit und Genauigkeit zu verletzen. Viel Wissen - verständlich geschrieben 5 von 5 PunktenWas für ein wundervolles Buch. Was für ein bemerkenswerter Mann. Nicht nur, wer sich für dieses Thema - Gedächtnis - was passiert eigentlich in meinem KOPF? - interessiert, wird bei diesem Buch genau das richtige finden. Auch in Hinsicht auf die Geschichte der Nazi-Zeit, als viele hoch intelligente Leute Deutschland wegen einer hirnrissigen Politik verlassen mussten und damit sicher einer der größten Verluste an Wissen in Deutschland einherging - ist dieses Buch sehr sehr lesenswert. Im November soll eine DVD zum gleichen Thema von Eric Kandel herausgebracht werden. Auch diese werde ich mir ansehen. Zwei Geschichten 3 von 5 Punkten"Auf der Suche nach dem Gedächtnis" verbindet zwei Geschichten miteinander. Da ist zum einen die Geschichte des Lebens und der Forschung des Eric Kandel, und zum anderen wird die Geschichte der Neurowissenschaften erzählt. Auf gewisse Art und Weise steht Eric Kandels persönliche Geschichte exemplarisch für die Geschichte der Wissenschaft des Geistes, die zunehmend von der Biologie bestimmt wurde. Das Bemühen Kandels um ein Verständnis für das Gedächtnis wendet sich einem biologischen Ansatz zu, wird zu dem Bemühen, das Gedächtnis auf zell- und molekularbiologischer Ebene zu verstehen. Aber es ist nicht nur die zunehmend reduktionistische Arbeitsweise, die Kandels Forscherdasein mit der Geschichte der Neurowissenschaften verbindet, sondern auch die Art und Weise, die Geschichten sich und anderen zu erzählen und dabei eine Kohärenz und Stringenz zu schaffen, die so nicht existiert. Beide Geschichten sind merkwürdig bruchlos, sind schiere Erfolgsgeschichten, so dass man bisweilen ein wenig Reibung vermisst. Kritik oder Provokation sollte man hier also nicht erwarten und sich zudem bewusst sein, dass Vergangenheit, obwohl sie stattfand, vom Erzähler in einem aktiven Prozess in eine Geschichte geformt wird. Hin und wieder wird der Leser vielleicht auch Kandels Optimismus hinsichtlich des Erklärungspotentials der Biologie kritisch betrachten und sich wünschen, dass Kandel dies selbst getan hätte. In seinem Vorwort schreibt Kandel, dass er sein Buch für Leser geschrieben hat, die ohne jedwede Vorkenntnisse eine Einführung in die Naturwissenschaft des Geistes suchen. Das hat er insofern geschafft, als dass er Fachbegriffe erklärt und überhaupt sehr verständlich und leidenschaftlich schreibt. Die Fülle an Informationen zu Versuchsaufbauten und Untersuchungsdesigns, zur Biochemie und Bioelektrizität macht dieses Buch zwar sehr detailreich und damit informativ, aber auch unüberschaubar. Und so werden wohl einige Leser am Ende weniger wissen beziehungsweise behalten, als sie erhofft haben. Andererseits vermittelt Kandel einen tiefen Einblick in die Forschung und die reduktionistische Sichtweise der Neurobiologie, so dass der Leser am Ende vielleicht nicht "weiß", so doch immerhin ein Gefühl für die Bedeutung der Forschung und die Arbeitsweise Kandels und seiner Kollegen hat. Mit einer gewissen kritischen Distanz gelesen, bietet Kandels "Auf der Suche nach dem Gedächtnis" eine spannende und tiefgehende Reise in die Neurowissenschaften. Manchmal ist sie etwas anstrengend und kann den Leser angesichts der Detailfülle und Tiefe überfordern, aber immer schafft sie es, die Begeisterung und Leidenschaft des Autors für sein Fach und das Leben überhaupt zu vermitteln. Zudem lernt man einen großen Wissenschaftler unserer Zeit kennen. Für alle, die Interesse an den Neurowissenschaften haben, ist das Buch also, trotz einiger Kritikpunkte, absolut zu empfehlen. |
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